Yevamot 111

Kapitel 111

א מכאן ואילך אינו אלא נשיקה ופטור עליה ופליג אדשמואל:
1 was außerdem erfolgt, ist nichts weiter als eine Berührung, und man ist dieserhalb frei. Er streitet somit gegen Šemuél.
ב אחד המערה ואחד הגומר קנה: מאי קנה רב אמר קנה לכל ושמואל אמר לא קנה אלא לדברים האמורים בפרשה לירש בנכסי אחיו ולפוטרה מן הייבום
2 O<small>B NUR ANGESCHMIEGT ODER</small> [<small>DIE</small> B<small>EIWOHNUNG</small>] <small>VOLLENDET, EIGNET SIE SICH AN.</small> Was heißt ‘aneignen’? – Rabh erklärte, er eigne sie sich in jeder Hinsicht an, und Šemuél erklärte, er eigne sie sich an nur hinsichtlich der im Abschnitte genannten Dinge: die Güter seines Bruders zu erben und sie von der Schwagerehe zu entbinden.
ג מן הנשואין לד"ה אכלה דהא הות קאכלה מעיקרא כי פליגי מן האירוסין רב אמר אוכלת דהא רבי רחמנא ביאת שוגג כמזיד
3 Nach der Verheiratung darf sie nach aller Ansicht [Hebe] essen, da sie auch vorher essen durfte, sie streiten nur über eine nach der Verlobung. Rabh sagt, sie dürfe essen, denn der Allbarmherzige hat die versehentliche Beiwohnung gleich der vorsätzlichen einbegriffen.
ד ושמואל אמר כי רבי רחמנא לאוקמיה במקום בעל לאלומי מבעל לא
4 Šemuél aber sagt, der Allbarmherzige hat sie insofern einbegriffen, als daß dadurch [der Schwager] anstelle des Ehemannes trete, nicht aber, daß er bedeutender als der Ehemann sei.
ה ואזדא שמואל לטעמיה דאמר רב נחמן אמר שמואל כל שהבעל מאכיל יבם מאכיל וכל שאין הבעל מאכיל יבם אינו מאכיל
5 Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Berechtigte sie der Ehemann [Hebe] zu essen, so berechtigt sie auch der Schwager zu essen, und berechtigte sie der Ehemann nicht zu essen, so berechtigt sie auch der Schwager nicht zu essen.
ו מיתיבי בת ישראל פקחת שנתארסה לכהן פקח ולא הספיק לכונסה עד שנתחרש אינה אוכלת מת ונפלה לפני יבם חרש אוכלת ובזו יפה כח היבם מכח הבעל
6 Man wandte ein: Wenn eine hörende Jisraélitin sich mit einem hörenden Priester verlobt, und er bevor er sie zu heiraten kommt taub wird, so darf sie keine [Hebe] essen; wenn er aber stirbt und sie einem tauben Schwager zufällt, so darf sie essen. Hierin ist die Rechtskraft des Schwagers weitgehender als die des Ehemannes.
ז בשלמא לרב ניחא אלא לשמואל קשיא
7 Erklärlich ist dies nach Rabh, gegen Šemuél aber ist dies ja ein Einwand!? –
ח אמר לך שמואל אימא הכי ולא הספיק לכונסה עד שנתחרש אינה אוכלת בתרומה כנס ואח"כ נתחרש אוכלת מת ונפלה לפני יבם חרש אוכלת
8 Šemuél kann dir erwidern, man lese wie folgt: und er bevor er sie geheiratet taub wird, so darf sie keine Hebe essen; wenn er sie geheiratet und nachher taub geworden ist, so darf sie essen; wenn er darauf stirbt und sie einem tauben Schwager zufällt, so darf sie essen. –
ט ומאי בזו דאילו בעל חרש מעיקרא לא אוכלת ואילו יבם חרש מעיקרא אכלה
9 Was heißt demnach ‘hierin’!? – Wenn der Mann vorher taub war, darf sie nicht essen, wenn aber der Schwager vorher taub war, darf sie wohl essen.
י ואיכא דאמרי מן האירוסין ד"ה לא אכלה דהא לא אכלה בחיי בעל
10 Manche sagen: Nach der Verlobung darf sie nach aller Ansicht nicht essen, da sie auch bei Lebzeiten des Ehemannes nicht essen durfte,
יא כי פליגי מן הנשואין רב אמר אוכלת דהא הות אכלה מעיקרא ושמואל אמר אינה אוכלת כי רבי רחמנא ביאת שוגג כמזיד לדברים האמורים בפרשה אבל לכל מילי לא
11 sie streiten nur über eine nach der Verheiratung. Rabh sagt, sie dürfe essen, da sie auch vorher essen durfte; Šemuél sagt, sie dürfe nicht essen, denn der Allbarmherzige hat die versehentliche Beiwohnung gleich der vorsätzlichen einbegriffen nur hinsichtlich der im Abschnitte genannten Dinge und nicht in jeder Hinsicht. –
יב והאמר רב נחמן אמר שמואל כל שהבעל מאכיל יבם מאכיל אימא כל ביאה שהבעל מאכיל בה יבם מאכיל בה וכל ביאה שאין הבעל מאכיל בה אין היבם מאכיל בה
12 R. Naḥman sagte ja aber im Namen Šemuéls, wenn der Ehemann sie zu essen berechtigt, berechtige sie auch der Schwager zu essen!? – Lies: die Beiwohnung, die sie beim Ehemanne zu essen berechtigt, berechtigt sie auch beim Schwager zu essen, und die Beiwohnung, die sie beim Ehemanne nicht zu essen berechtigt, berechtigt sie auch beim Schwager nicht zu essen.
יג מיתיבי בת ישראל פקחת שנתארסה לכהן פקח ולא הספיק לכונסה עד שנתחרש אינה אוכלת מת ונפלה לפני יבם חרש אוכלת ובזו יפה כח יבם מכח בעל בשלמא לרב מתרץ כדתריץ מעיקרא אלא לשמואל קשיא קשיא:
13 Man wandte ein: Wenn eine hörende Jisraélitin sich mit einem hörenden Priester verlobt und er bevor er sie zu heiraten kommt taub wird, so darf sie keine [Hebe] essen; wenn er aber stirbt und sie einem tauben Schwager zufällt, so darf sie essen. Hierin ist die Rechtskraft des Schwagers bedeutender als die des Ehemannes. Allerdings ist nach Rabh zu erklären, wie oben erklärt worden ist, gegen Šemuél aber ist dies ja ein Einwand!? – Ein Einwand.
יד ת"ר בת ישראל פקחת שנתארסה לכהן פקח ולא הספיק לכונסה עד שנתחרש אינה אוכלת נולד לה בן אוכלת מת הבן רבי נתן אומר אוכלת וחכמים אומרים אינה אוכלת
14 Die Rabbanan lehrten: Wenn eine hörende Jisraélitin sich mit einem hörenden Priester verlobt und er bevor er sie zu heiraten kommt taub wird, so darf sie keine [Hebe] essen; bekommt sie einen Sohn, so darf sie essen; stirbt der Sohn, so darf sie, wie R. Nathan sagt, essen, und wie die Weisen sagen, nicht essen.
טו מאי טעמא דרבי נתן אמר רבה הואיל שכבר אכלה א"ל אביי אלא מעתה בת ישראל שניסת לכהן ומית ליה תיכול שכבר אכלה אלא כיון דמית ליה פקע ליה קדושתיה מינה הכא נמי כיון דמית ליה פקע קדושתיה מינה
15 Was ist der Grund R. Nathans? Rabba erwiderte: Weil sie bereits gegessen hat. Abajje sprach zu ihm: Demnach dürfte eine Jisraélitin, wenn sie mit einem Priester verheiratet war und er gestorben ist, ebenfalls essen, da sie bereits gegessen hat!? Vielmehr schwindet, sobald er stirbt, seine Heiligkeit von ihr, ebenso schwindet auch hierbei, sobald [das Kind] stirbt, seine Heiligkeit von ihr.
טז אלא אמר רב יוסף קסבר ר' נתן נשואי חרש מאכילין בתרומה ולא גזרינן נשואי חרש אטו קדושי חרש א"ל אביי אי הכי נולד לה בן למה לי משום רבנן
16 Vielmehr, erklärte R. Joseph, R. Nathan ist der Ansicht, die Heirat mit dem Tauben berechtige sie, Hebe zu essen, und bei der Heirat eines Tauben ist die Antrauung eines solchen nicht zu berücksichtigen. Abajje sprach zu ihm: Wieso demnach, nur wenn sie einen Sohn bekommt!? – Wegen der Rabbanan. –
יז וליפלוג רבי נתן עלייהו ברישא שביק להו לרבנן עד דמסיימי מילתייהו והדר פליג עלייהו אי הכי ליתני מת הבן אינה אוכלת רבי נתן אומר אוכלת קשיא:
17 Sollte doch R. Nathan gegen sie im Anfangsatze streiten!? – Er läßt die Rabbanan ihre Worte beenden, und erst dann streitet er gegen sie.– Demnach sollte er doch lehren: stirbt der Sohn, so darf sie nicht essen, R. Nathan sagt, sie dürfe essen!? – Ein Einwand.
יח וכן הבא על אחת מכל העריות: אמר רב עמרם הא מלתא אמר לן רב ששת
18 D<small>ASSELBE GILT AUCH VON DER</small> B<small>EIWOHNUNG ALLER IN DER</small> T<small>ORA GENANNTEN</small> I<small>NZESTUÖSEN.</small> R. A͑mram sagte: Folgendes sagte uns R. Šešeth,