Yevamot 113

Kapitel 113

א הא נמי אכלה ממאי דלמא עד כאן לא קאמרי רבי אלעזר ורבי שמעון התם אלא דיש לו להאכיל במקום אחר אבל הכא דאין לו להאכיל במקום אחר לא
1 darf auch diese essen. – Wieso denn, vielleicht vertreten R. Elea͑zar und R. Šimo͑n ihre Ansicht nur da, wo er in anderen Fällen zu essen berechtigt, nicht aber hierbei, wo er auch sonst nicht zu essen berechtigt.
ב וכי תימא הכא נמי יש לו להאכיל בבת גרים והא מיבעיא בעי לה רבי יוחנן מרבי אושעיא ולא פשיט ליה
2 Wolltest du erwidern, auch dieser berechtige in einem anderen Falle zu essen, bei der Tochter eines Proselyten, so befragte ja R. Joḥanan diesbezüglich R. Ošaja, und dieser entschied es ihm nicht.
ג איתמר אביי אמר הואיל ומאכילה בלא ידעה
3 Es wurde gelehrt: Abajje erklärt, weil er sie zu essen berechtigt, solange er ihr nicht beiwohnt,
ד רבא אמר הואיל ומאכילה בעבדיו ושפחותיו הכנענים
4 Raba erklärt, weil er seine kenaa͑nitischen Sklaven und Mägde zu essen berechtigt.
ה אביי לא אמר כרבא קנין דאישות מקנין דאישות ילפינן ולא ילפינן קנין דאישות מקנין דעבדים
5 Abajje erklärt nicht wie Raba, weil man hinsichtlich der ehelichen Aneignung nur von der ehelichen Aneignung folgere, nicht aber hinsichtlich der ehelichen Aneignung von der Aneignung von Sklaven.
ו ורבא לא אמר כאביי שאני התם שכבר אכלה ואביי שכבר אכלה לא אמרינן דאי לא תימא הכי בת ישראל שניסת לכהן ומית תיכול שכבר אכלה ורבא התם פקע קניניה הכא לא פקע קניניה
6 Raba erklärt nicht wie Abajje, denn da ist es anders, weil sie bereits gegessen hat. – Und Abajje!? – Der Umstand, daß sie bereits gegessen hat, ist nicht zu berücksichtigen, denn demnach dürfte eine Jisraélitin, wenn sie mit einem Priester verheiratet war und er gestorben ist, ebenfalls essen, weil sie bereits gegessen hat. – Und Raba!? – Bei dieser ist die Angehörigkeit geschwunden, bei jener ist die Angehörigkeit nicht geschwunden.
ז גופא בעא מיניה רבי יוחנן מרבי אושעיא פצוע דכא כהן שנשא בת גרים מהו שיאכילנה בתרומה אישתיק ולא אמר ליה ולא מידי לסוף אתא גברא רבה אחרינא ובעא מיניה מילתא [אחריתא] ופשט ליה ומנו ריש לקיש א"ל רבי יהודה נשיאה לר' אושעיא אטו ר' יוחנן לאו גברא רבה הוא אמר ליה דקבעי מינאי מילתא דלית לה פתרי
7 Nach wessen Ansicht? Nach R. Jehuda darf sie nicht essen, einerlei ob er in seiner Heiligkeit verbleibt oder nicht: verbleibt er in seiner Heiligkeit, darf sie nicht essen, da er der Ansicht ist, die Tochter eines männlichen Proselyten gleiche der Tochter eines männlichen Entweihten,
ח למאן אי לרבי יהודה בין בקדושתיה קאי בין לאו בקדושתיה קאי לא אכלה אי בקדושתיה קאי לא אכלה דהא אמר מר בת גר זכר כבת חלל זכר
8 
ט אי לאו בקדושתיה קאי לא אכלה דהא אמר קהל גרים איקרי קהל
9 und verbleibt er nicht in seiner Heiligkeit, darf sie ebenfalls nicht essen, denn wir sagen, die Gemeinde der Proselyten heiße ‘Gemeinde’.
י ואי לר' יוסי בין בקדושתיה קאי בין לאו בקדושתיה קאי אכלה בקדושתיה קאי אכלה דהא אמר אף גר שנשא גיורת בתו כשרה לכהונה אי לאו בקדושתיה קאי אכלה דהא אמר קהל גרים לא איקרי קהל
10 Nach R. Jose hingegen darf sie essen, ob er in seiner Heiligkeit verbleibt oder nicht: verbleibt er in seiner Heiligkeit, darf sie essen, denn er ist der Ansicht, auch wenn ein Proselyt eine Proselytin geheiratet hat, sei seine Tochter für Priester geeignet, und verbleibt er nicht in seiner Heiligkeit, darf sie ebenfalls essen, denn er sagt ja, die Gemeinde der Proselyten heiße nicht ‘Gemeinde’. –
יא אלא אליבא דהאי תנא דתנן רבי אליעזר בן יעקב אומר אשה בת גרים לא תנשא לכהונה עד שתהא אמה מישראל
11 Vielmehr, nach dem Autor der folgenden Lehre: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte, die Tochter eines Proselyten dürfe nur dann von einem Priester geheiratet werden, wenn ihre Mutter Jisraélitin ist.
יב והכי קמיבעיא ליה כשרות מיתוספא בה ואכלה או דלמא קדושה מיתוספא בה ולא אכלה
12 Seine Frage lautete wie folgt: ist nur ihre Familienreinheit erweitert, somit darf sie essen, oder ist ihre Heiligkeit erweitert, somit darf sie nicht essen. –
יג תא שמע כי אתא רבי אחא בר חיננא מדרומא אתא ואייתי מתניתא בידיה מנין לפצוע דכא כהן שנשא בת גרים שמאכילה בתרומה שנאמר (ויקרא כב, יא) וכהן כי יקנה נפש קנין כספו וגו' יאכל בו
13 Komm und höre: Als R. Aḥa b. Ḥenana aus dem Süden kam, brachte er folgende Lehre mit: Woher, daß, wenn ein quetschverstümmelter Priester die Tochter eines Proselyten geheiratet hat, er sie Hebe zu essen berechtige? Es heißt: <i>wenn ein Priester eine Person für sein Geld erwirbt &amp;c. darf davon essen.</i>
יד למאן אילימא לרבי יהודה האמר בין בקדושתיה קאי בין לאו בקדושתיה קאי לא אכלה ואי לרבי יוסי ל"ל קרא האמר בין בקדושתיה קאי בין לאו בקדושתיה קאי אכלה אלא לאו לרבי אליעזר בן יעקב וש"מ כשרות איתוספא בה ואכלה ש"מ
14 Nach wessen Ansicht; wenn nach R. Jehuda, so sagt er ja, sie dürfe nicht essen, einerlei ob er in seiner Heiligkeit verbleibt oder nicht, und wenn nach R. Jose, so ist ja hierfür kein Schriftvers nötig, er sagt ja, sie dürfe essen, einerlei ob er in seiner Heiligkeit verbleibt oder nicht. Doch wohl nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, und hieraus ist somit zu entnehmen, daß nur ihre Familienreinheit erweitert worden ist und sie essen darf. Schließe hieraus.
טו איתמר רב אמר
15 Es wurde gelehrt: Rabh sagt,