Yevamot 169

Kapitel 169

א והרי טומאה דלאו שאין שוה בכל וטעמא דכתב רחמנא בני אהרן ולא בנות אהרן הא לאו הכי ה"א נשים חייבות מאי טעמא לאו משום דרב יהודה אמר רב
1 Auch die Verunreinigung ist ja ein Verbot, das nicht für jeden gilt, dennoch würde man, wenn der Allbarmherzige nicht geschrieben hätte: <i>Söhne Ahrons</i>, nicht aber Töchter Ahrons, gesagt haben, Frauen seien dem unterworfen; doch wohl wegen der Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs!? –
ב לא דגמרינן מלא יקחו
2 Nein, dies wäre aus [den Worten] <i>sollen sie nicht nehmen</i> zu folgern.
ג איכא דאמרי קיחה איצטריכא ליה ס"ד אמינא ליגמר מטומאה קמשמע לן
3 Manche sagen: Von der Heirat ist dies nötig; man könnte glauben, es sei von der Verunreinigung zu folgern, so lehrt er uns.
ד רב פפא ורב הונא בריה דרב יהושע איקלעו להינצבו לאתריה דרב אידי בר אבין בעו מינייהו הוזהרו כשרות להנשא לפסולין או לא
4 Einst kamen R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, nach Hinçebu, der Ortschaft des R. Idi b. Abin, und man fragte sie da: Ist es den unbemakelten [Priesterstöchtern] verboten, sich mit Bemakelten zu verheiraten oder nicht?
ה אמר להו רב פפא תניתוה עשרה יוחסין עלו מבבל כהנים לוים וישראלים חללים גרים וחרורים וממזרים נתינים שתוקי ואסופי כהנים לוים ישראלים מותרין לבא זה בזה לוים ישראלים חללים גרים חרורים מותרין לבא זה בזה גירי חרורי וממזרי נתיני שתוקי ואסופי מותרים לבא זה בזה ואילו כהנות לחלל לא קתני
5 R. Papa erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Zehn Geburtskasten zogen aus Babylonien herauf. Priester, Leviten, Jisraéliten, Entweihte, Proselyten, Freigelassene, Hurenkinder, Nethinim, Verschwiegene und Findlinge. Priester, Leviten und Jisraéliten dürfen unter einander heiraten; Leviten, Jisraéliten, Entweihte, Proselyten und Freigelassene dürfen unter einander heiraten; Proselyten, Freigelassene, Hurenkinder, Nethinim, Verschwiegene und Findlinge dürfen unter einander heiraten. Er lehrt es aber nicht von Priesterstöchtern mit Entweihten.
ו א"ל רב הונא בריה דרב יהושע כל היכא דהני נסבי מהני והני נסבי מהני קתני כהן כיון דאילו בעי למינסב חללה אסירא ליה לא קתני אתו לקמיה דרב אידי בר אבין אמר להו דרדקי הכי אמר רב יהודה אמר רב לא הוזהרו כשרות לינשא לפסולים:
6 Da sprach R. Hona, Sohn der R. Jehošua͑, zu ihm: Fälle, wobei diese von jenen und jene von diesen heiraten dürfen, lehrt er, jenen Fall aber lehrt er nicht, da ein Priester, wenn er eine Entweihte heiraten will, dies nicht darf. Als sie hierauf zu R. Idi b. Abin kamen, sprach er zu ihnen: Schulkinder, folgendes sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: den unbemakelten [Priesterstöchtern] ist es nicht verboten, sich mit Bemakelten zu verheiraten.
ז שניות מדברי סופרים וכו': בעו מיניה בני בירי מרב ששת שניה לבעל ולא שניה ליבם יש לה כתובה מיבם או לא כיון דאמר מר כתובתה על נכסי בעלה הראשון לית לה
7 V<small>ON DEN NACH DEN</small> S<small>CHRIFTKUNDIGEN ZWEITGRADIG</small> I<small>NZESTUÖSEN</small> &amp;<small>C</small>. Die Einwohner von Biri fragten R. Šešeth: Erhält die dem Ehemanne und nicht dem Schwager zweitgradig Inzestuöse vom Schwager die Morgengabe oder nicht: erhält sie sie nicht, da der Meister gesagt hat, ihre Morgengabe belaste die Güter ihres ersten Mannes,
ח או דלמא כיון דאילו לית לה מראשון תקינו לה רבנן משני אית לה
8 oder aber erhält sie sie wohl, da die Rabbanan sie ihr, falls sie vom ersten nicht zu haben ist, vom zweiten zugesprochen haben?
ט אמר להו רב ששת תניתוה כתובתה על נכסי בעלה הראשון ואם היתה שניה לבעל אפי' מיבם אין לה
9 R. Šešeth erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Ihre Morgengabe belastet die Güter ihres ersten Mannes, und wenn sie diesem zweitgradig inzestuös war, so erhält sie sie auch nicht vom Schwager. –
י מכלל דאיכא דאית לה מיבם חסורי מיחסרא והכי קתני כתובתה על נכסי בעלה הראשון ואי לית לה מראשון תקינו לה משני ואם היתה שניה לבעל אפי' מיבם אין לה:
10 Demnach gibt es solche, die sie vom Schwager zu erhalten haben!? – Diese Lehre ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Ihre Morgengabe belastet die Güter des ersten Mannes, und wenn sie vom ersten nicht zu haben ist, hat man sie ihr vom zweiten zugesprochen; war sie ihrem Ehemanne zweitgradig inzestuös, so erhält sie sie auch nicht vom Schwager.
יא בעא מיניה רבי אלעזר מרבי יוחנן אלמנה לכ"ג גרושה וחלוצה לכהן הדיוט יש להן מזונות או אין להן מזונות היכי דמי אילימא דיתבה תותיה בעמוד והוצא קאי מזונות אית לה לא צריכא שהלך הוא למדינת הים ולותה ואכלה מאי
11 R. Elea͑zar fragte R. Joḥanan: Erhält eine mit einem Hochpriester [verheiratete] Witwe oder mit einem gemeinen Priester [verheiratete] Geschiedene oder Ḥaluça Unterhalt oder nicht? – In welchem Falle: weilt sie bei ihm, so hat er sie sogar zu entfernen, wieso sollte sie Unterhalt erhalten!? – In dem Falle, wenn er nach dem Überseelande verreist war, und sie geborgt und sich ernährt hat.
יב מזוני תנאי כתובה נינהו מדאית לה כתובה אית לה מזוני או דלמא כתובה דלמשקל ומיפק אית לה מזוני דלמא תיעכב גביה לית לה א"ל לית לה
12 Wie ist es: gehört der Unterhalt zu den Vereinbarungen der Morgengabe, und da ihr die Morgengabe zusteht, steht ihr auch Unterhalt zu, oder aber steht ihr nur die Morgengabe zu, die sie erhält und fortgeht, nicht aber Unterhalt, weil sie bei ihm bleiben könnte. Dieser erwiderte: Sie erhält ihn nicht. –
יג והתניא יש לה כי תניא ההיא לאחר מיתה
13 Es wird ja aber gelehrt, sie erhalte wohl!? – Diese Lehre spricht [vom Unterhalte] nach seinem Tode.
יד אית דאמר אמר ליה תניא יש לה הא בעמוד והוצא קאי ואלא התניא יש לה כי תניא ההיא לאחר מיתה
14 Manche lesen: Dieser erwiderte: Sie erhält ihn. – Er hat sie ja zu entfernen!? – Es gibt eine Lehre, daß sie ihn erhält. – Diese Lehre spricht [vom Unterhalte] nach dem Tode.
טו ת"ר אלמנה לכהן גדול גרושה וחלוצה לכהן הדיוט יש לה כתובה פירות מזונות בלאות והיא פסולה וולדה פסול וכופין אותו להוציא שניות מדברי סופרים אין לה כתובה לא פירות לא מזונות ולא בלאות והיא כשירה וולדה כשר וכופין אותו להוציא
15 Die Rabbanan lehrten: Ist eine Witwe mit einem Hochpriester oder eine Geschiedene oder Ḥaluça mit einem gemeinen Priester [verheiratet], so erhält sie die Morgengabe, den Fruchtgenuß, Unterhalt und die abgetragenen Kleider; sie ist bemakelt und ihr Kind bemakelt, und man zwinge ihn, sie zu entfernen. Die nach den Schriftkundigen zweitgradig Inzestuöse erhält weder die Morgengabe noch den Fruchtgenuß noch Unterhalt noch die abgetragenen Kleider; sie ist unbemakelt und ihr Kind unbemakelt, jedoch zwingt man ihn, sie zu entfernen.
טז אמר ר"ש בן אלעזר מפני מה אמרו אלמנה לכ"ג יש לה כתובה מפני שהוא פסול והיא פסולה וכ"מ שהוא פסול והיא פסולה
16 R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Sie sagten deshalb, daß die mit einem Hochpriester verheiratete Witwe die Morgengabe erhalte, weil er bemakelt und sie bemakelt wird, und in allen Fällen, wo er bemakelt und sie bemakelt wird,