Yevamot 79

Kapitel 79

א שבתחלה היתה עליו בכלל היתר נאסרה וחזרה והותרה יכול תחזור להיתירה הראשון ת"ל מצות תאכל במקום קדוש מצוה
1 Ursprünglich war es ihm erlaubt, sodann wurde es ihm verboten und wiederum erlaubt; man könnte nun glauben, es kehre in den früheren Zustand des Erlaubtseins zurück, so heißt es: <i>ungesäuert soll es gegessen werden, an einem heiligen Orte,</i> es ist ein Gebot,
ב בשלמא לרבא דאמר הא מני רבנן היא הכא הכי קאמר מצות תאכל במקום קדוש מצוה שבתחלה היתה עליו בכלל היתר רצה אוכלה רצה אינו אוכלה (נאסרה חזרה והותרה יכול תחזור להיתירה הראשון) רצה אוכלה רצה אינו אוכלה
2 Allerdings ist dies nach Raba, welcher sagt, es seien die Weisen, wie folgt zu verstehen: <i>Ungesäuert soll es gegessen werden, an einem heiligen Orte</i>, es ist ein Gebot. Ursprünglich war es ihm erlaubt, wenn er wollte, konnte er es essen, und wenn er wollte, dies unterlassen, sodann wurde es ihm verboten und wiederum erlaubt; man könnte nun glauben, es kehre in den früheren Zustand des Erlaubtseins zurück, und er dürfe, wenn er will, es essen, und wenn er will, nicht essen. –
ג רצה אינו אוכלה והכתיב (שמות כט, לג) ואכלו אותם אשר כופר בהם מלמד שהכהנים אוכלים ובעלים מתכפרין
3 Wenn er will, nicht essen, es heißt ja: <i>sie sollen diese essen, womit Sühne bewirkt wurde,</i> und dies lehrt, daß die Priester es essen und der Eigentümer Sühne erlange!? –
ד אלא רצה הוא אוכלה רצה כהן אחר אוכלה ת"ל מצות תאכל במקום קדוש מצוה
4 Vielmehr: wenn er will, er es essen, und wenn er will, ein anderer Priester es essen. So heißt es: <i>ungesäuert soll es gegessen werden, an einem heiligen Orte,</i> es ist ein Gebot.
ה אלא לרב יצחק בר אבדימי דאמר אבא שאול היא הכא מאי תרי גווני איכא
5 Welche zwei Möglichkeiten aber gibt es hierbei nach R. Jiçḥaq b. Evdämi, welcher sagt, es sei Abba Šaúl!?
ו וכי תימא רצה לתאבון אוכלה רצה אכילה גסה אוכלה אכילה גסה מי שמה אכילה והאמר ר"ל האוכל אכילה גסה ביוה"כ פטור מלא תעונה
6 Wolltest du erklären: wenn er will, es mit Appetit essen, und wenn er will, es übersättigt essen, so gilt ja das Essen in Übersättigung nicht als Essen!? Reš Laqiš sagte nämlich, aus [den Worten:] <i>nicht kasteiet</i> sei zu entnehmen, daß, wenn jemand am Versöhnungstage übersättigt gegessen hat, er frei sei!? –
ז אלא רצה מצה אוכלה רצה חמץ אוכלה
7 Vielmehr, wenn er will, es ungesäuert essen, und wenn er will, es gesäuert essen. –
ח והכתיב (ויקרא ו, י) לא תאפה חמץ חלקם ואמר ריש לקיש ואפילו חלקם לא תאפה חמץ אלא רצה מצה אוכלה רצה חלוט אוכלה
8 Es heißt ja: <i>es darf nicht gesäuert gebacken werden, ihr Anteil</i>, und Reš Laqiš sagte, auch ihr Anteil darf nicht gesäuert gebacken werden!? – Vielmehr, wenn er will, es als ungesäuerten Kuchen essen, und wenn er will, gesotten essen. –
ט האי חלוט היכי דמי אי מצה היא הא מצה היא ואי לא מצה היא מצות אמר רחמנא
9 Von welchem Gesottenen wird hier gesprochen: ist es ungesäuert, so ist es ja Ungesäuertes, und ist es nicht ungesäuert, so spricht ja der Allbarmherzige von Ungesäuertem!? –
י לא לעולם אימא לך מצה היא ולהכי תנא ביה קרא לעכב
10 Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ungesäuert, und die Hervorhebung der Schrift besagt, daß dies unerläßlich ist. –
יא אלא חלוט מצה היא דקאמרינן למאי הלכתא לומר שאדם יוצא בה ידי חובתו בפסח אע"פ דחלטיה מעיקרא כיון דהדר אפייה בתנור לחם עוני קרינא ביה ואדם יוצא בה ידי חובתו בפסח:
11 In welcher Hinsicht heißt es demnach, daß das Gesottene als ungesäuert gelte!? – Dies besagt, daß man sich damit seiner Pflicht am Pesaḥfeste entledige. Obgleich man es vorher gesotten hat, heißt es, sobald man es gebacken hat, Brot der Armut, und man entledigt sich damit seiner Pflicht am Pesaḥfeste.
יב <big><strong>מתני׳</strong></big> החולץ ליבמתו הרי הוא כאחד מן האחין לנחלה ואם יש שם אב נכסים של אב הכונס את יבמתו זכה בנכסים של אחיו ר' יהודה אומר בין כך ובין כך אם יש שם אב נכסים של אב:
12 <b>W</b><small>ER AN SEINER</small> S<small>CHWÄGERIN DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA VOLLZOGEN HAT, GLEICHT HINSICHTLICH DES</small> E<small>RBANTEILS</small> <small>JEDEM ANDEREN DER</small> B<small>RÜDER; IST EIN</small> V<small>ATER</small> <small>VORHANDEN, SO GEHÖREN DIE</small> G<small>ÜTER DEM</small> V<small>ATER</small>. W<small>ER SEINE</small> S<small>CHWÄGERIN GENOMMEN HAT, ERWIRBT DIE</small> G<small>ÜTER SEINES</small> B<small>RUDERS.</small> R. J<small>EHUDA SAGT, OB SO ODER SO GEHÖREN, WENN EIN</small> V<small>ATER VORHANDEN IST, DIE</small> G<small>ÜTER DEM</small> V<small>ATER.</small>
יג <big><strong>גמ׳</strong></big> פשיטא סד"א חליצה במקום יבום קיימא ונשקול כולהו נכסי קמ"ל
13 GEMARA. Selbstverständlich!? - Man könnte glauben, die Ḥaliça trete anstelle der Schwagerehe und er erhalte alle Güter, so lehrt er uns. –
יד אי הכי הרי הוא כאחד מן האחים אינו אלא כאחד מן האחים מיבעי ליה
14 Wieso heißt es demnach: gleicht jedem anderen der Brüder, es sollte doch heißen: er ist nicht mehr als jeder andere der Brüder!? –
טו אלא סד"א הואיל ואפסדה מיבום לקנסיה קמ"ל:
15 Vielmehr, man könnte glauben, man maßregle ihn, weil er sie um die Schwagerehe gebracht hat, so lehrt er uns.
טז אם יש שם אב: דאמר מר אב קודם לכל יוצאי ירכו:
16 I<small>ST EIN</small> V<small>ATER VORHANDEN.</small> Der Meister sagte nämlich, der Vater gehe all seinen Nachkommen vor.
יז הכונס את יבמתו וכו': מ"ט (דברים כה, ו) יקום על שם אחיו אמר רחמנא והרי קם:
17 W<small>ER SEINE</small> S<small>CHWÄGERIN GENOMMEN HAT</small> &amp;<small>C.</small> Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt: <i>soll eintreten auf den Namen seines Bruders,</i> und er ist eingetreten.
יח ר' יהודה אומר וכו': אמר עולא הלכה כר' יהודה וכן א"ר יצחק נפחא הלכה כר' יהודה
18 R. J<small>EHUDA SAGT</small> &amp;<small>C</small>. U͑la sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda. Ebenso sagte R. Jiçḥaq der Schmied, die Halakha sei wie R. Jehuda.
יט ואמר עולא ואיתימא ר' יצחק נפחא מ"ט דר' יהודה דכתיב (דברים כה, ו) והיה הבכור אשר תלד כבכור מה בכור אין לו בחיי האב אף האי נמי אין לו בחיי האב
19 U͑la, nach anderen R. Jiçḥaq der Schmied, sagte: Folgendes ist der Grund R. Jehudas: es heißt: <i>so soll der Erstgeborene, den sie gebiert,</i> gleich dem Erstgeborenen; wie der Erstgeborene bei Lebzeiten des Vaters nichts erhält, ebenso erhält auch dieser nichts bei Lebzeiten des Vaters. –
כ אי מה בכור נוטל פי שנים לאחר מיתת האב אף האי נוטל פי שנים לאחר מיתת האב
20 Demnach sollte doch, wie der Erstgeborene nach dem Tode des Vaters einen doppelten Anteil erhält; auch dieser nach dem Tode des Vaters einen doppelten Anteil erhalten!? –
כא מידי יקום על שם אביו כתיב יקום על שם אחיו כתיב ולא על שם אביו
21 Heißt es etwa, daß er auf den Namen seines Vaters eintrete!? Es heißt: <i>soll eintreten auf den Namen seines Bruders,</i> nicht aber auf den Namen seines Vaters. –
כב אימא היכא דליכא אב דלשקול נחלה תתקיים מצות יבום היכא דאיכא אב [דלא] שקיל נחלה לא תתקיים מצות יבום
22 Vielleicht ist, wenn kein Vater da ist, sodaß er die Erbschaft erhält, das Gebot der Schwagerehe zu vollziehen, wenn aber ein Vater da ist, der die Erbschaft erhält, das Gebot der Schwagerehe nicht zu vollziehen!? –
כג מידי יבום בנחלה תלה רחמנא יבומי מיבמי ואי איכא נחלה שקולי ואי לא לא שקיל
23 Der Allbarmherzige hat die Schwagerehe nicht von der Erbschaft abhängig gemacht; er hat die Schwagerehe zu vollziehen, und wenn eine Erbschaft vorhanden ist, erhält er sie, wenn aber nicht, erhält er nichts.
כד יתיב ר' חנינא קרא קמיה דר' ינאי ויתיב וקאמר הלכה כר' יהודה א"ל פוק קרי קרייך לברא אין הלכה כר' יהודה
24 R. Ḥanina der Bibelkundige saß vor R. Jannaj und sprach: Die Halakha ist wie R. Jehuda. Da sprach dieser: Geh, halte deine Vorlesung draußen; die Halakha ist nicht wie R. Jehuda. Ein Jünger rezitierte vor R. Naḥman: Die Halakha ist nicht wie R. Jehuda.
כה תני תנא קמיה דרב נחמן אין הלכה כר' יהודה א"ל אלא כמאן כרבנן פשיטא יחיד ורבים הלכה כרבים
25 Da sprach dieser: Wohl wie die Rabbanan; selbstverständlich, bei [einem Streite zwischen] einem Einzelnen und einer Mehrheit ist ja die Halakha wie die Mehrheit!?
כו א"ל אסמייה א"ל לא את הלכה אתנייך ומוקשה הוא דאקשי לך ואפכת ולמאי דאפכת שפיר אפכת:
26 Jener fragte: Soll ich [diese Lehre] streichen? Dieser erwiderte: Nein, dich hat man diese Halakha [entgegengesetzt] gelehrt, und da sie dir unrichtig schien, wandtest du sie um; du aber hast recht getan, sie umzuwenden.
כז <big><strong>מתני׳</strong></big> החולץ ליבמתו הוא אסור בקרובותיה והיא אסורה בקרוביו
27 W<small>ENN JEMAND AN SEINER</small> S<small>CHWÄGERIN DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA VOLLZOGEN HAT, SO SIND IHM IHRE</small> V<small>ERWANDTEN UND IHR SEINE</small> V<small>ERWANDTEN VERBOTEN.</small>