Yoma 97

Kapitel 97

א מיתיבי זר ואונן שיכור ובעל מום בקבלה ובהולכה ובזריקה פסול וכן יושב וכן שמאל פסול תיובתא
1 Man wandte ein: Ein Gemeiner, ein Trauernder, ein Betrunkener und ein Gebrechenbehafteter ist zur Aufnahme, zum Hinbringen und zum Sprengen [des Blutes] unzulässig, ebenso ist es sitzend und mit der Linken unzulässig!?– Dies ist eine Widerlegung. –
ב והא רב ששת הוא דאותבה דאמר ליה רב ששת לאמוריה דרב חסדא בעי מיניה מרב חסדא הולכה בזר מהו אמר ליה כשירה ומקרא מסייעני (דברי הימים ב לה, יא) וישחטו הפסח ויזרקו הכהנים מידם והלוים מפשיטים
2 Aber R. Šešeth ist es ja selber, der diesen Einwand richtete!? R. Šešeth sprach nämlich zum Dolmetsch R. Ḥisdas: Frage R. Ḥisda, ob das Hinbringen [des Blutes] durch einen Gemeinen zulässig sei, und dieser erwiderte: Es ist zulässig, und ein Schriftvers unterstützt mich: <i>sie schlachteten das Pesaḥopfer, und die Priester sprengten das Blut, als sie es aus ihrer Hand genommen</i> <i>hatten, während die Leviten die Haut abzogen.</i>
ג ומותיב רב ששת זר ואונן שיכור ובעל מום בקבלה ובהולכה ובזריקה פסול וכן יושב וכן שמאל פסול
3 Dagegen wandte R. Šešeth ein: Ein Gemeiner, ein Trauernder, ein Betrunkener und ein Gebrechenbehafteter ist zur Aufnahme, zum Hinbringen und zum Sprengen des Blutes unzulässig, ebenso ist es sitzend und mit der Linken unzulässig. –
ד בתר דשמעה הדר אותבה והא רב חסדא קרא קאמר דעבוד מעשה איצטבא
4 Nachdem er von diesem Einwand gehört hatte, richtet er ihn. – R. Ḥisda stützt sich ja aber auf einen Schriftvers!? – Sie dienten nur als Vorsprung.
ה בעי רב פפא חפן חבירו ונתן לתוך חפניו מהו מלא חפניו בעינן והא איכא או דילמא ולקח והביא בעינן והא ליכא תיקו
5 R. Papa fragte: Wie ist es, wenn ein anderer die Händefülle abhebt und sie in seine Hände legt: ist die Händefülle erforderlich, was hierbei der Fall ist, oder aber muß er selber nehmen und bringen, was hierbei nicht der Fall ist? – Dies bleibt unentschieden.
ו בעי רבי יהושע בן לוי חפן ומת מהו שיכנס אחר בחפינתו א"ר חנינא בא וראה שאלת הראשונים
6 R. Jehošua͑ b.Levi fragte: Darf, wenn er die Händefülle abgehoben hat und gestorben ist, ein anderer die Händefülle hineinbringen? R. Ḥanina sprach: Komm und beachte doch die Frage der Altvordern! –
ז למימרא דרבי יהושע בן לוי קשיש והאמר רבי יהושע בן לוי לי התיר רבי חנינא לשתות שחליים בשבת
7 Demnach wäre R. Jehošua͑ b.Levi älter, während ja R.Jehošua͑ b. Levi erzählt hat, R. Ḥanina habe ihm erlaubt, am Šabbath Kresse zu trinken!? –
ח לשתות פשיטא דתנן כל האוכלין אוכל אדם לרפואה וכל המשקין שותה
8 Vom Trinken ist dies ja selbstverständlich, wir haben ja gelernt, man dürfe [am Šabbath] zu Heilszwecken jede Speise essen und jedes Getränk trinken!? –
ט אלא לשחוק ולשתות שחליים בשבת היכי דמי אי דאיכא סכנתא משרא שרי ואי דליכא סכנתא מיסר אסיר לעולם דאיכא סכנתא והכי קא מבעיא ליה מי מסיא דניחול עלייהו שבתא או לא מסיא ולא ניחול עלייהו שבתא
9 Vielmehr, am Šabbath Kresse zu zerreiben und zu trinken. – In welchem Falle: liegt Gefahr vor, so ist es ja erlaubt, und liegt keine Gefahr vor, so ist es ja verboten!? – Tatsächlich, wenn Gefahr vorliegt, nur fragte er folgendes: ist [Kresse] heilend, sodaß man deswegen den Šabbath entweihen darf, oder ist sie nicht heilend, sodaß man deswegen den Šabbath nicht entweihen darf!? –
י ומאי שנא רבי חנינא משום דבקי ברפואות הוא דאמר ר' חנינא מעולם לא שאלני אדם על מכת פרדה לבנה וחיה
10 Weshalb [fragte er es] R. Ḥanina? – Weil er heilkundig war. R. Ḥanina erzählte nämlich: Noch nie befragte mich jemand über eine Verwundung durch ein weißes Maultier und blieb leben. Wir sehen ja aber, daß manche leben bleiben!? –
יא והא קא חזינן דחיי אימא וחיית והא קא חזינן דמיתסי בסומקן אינהו וחיורן ריש כרעיהו קאמרינן
11 Lies: und genas. Wir sehen ja aber, daß manche auch genesen!? – Wir sprechen von solchen, die selber braun und deren Fußenden weiß sind. –
יב מכל מקום שמע מינה דרבי חנינא קשיש אלא הכי קאמר שאלתן כשאילה של ראשונים
12 Allenfalls geht hieraus hervor, daß R. Ḥanina älter war!? – Vielmehr, er sagte, wie folgt: du fragst nur das, was bereits Ältere gefragt haben. –
יג ומי אמר רבי חנינא הכי והאמר רבי חנינא בפר ולא בדמו של פר
13 Kann R. Ḥanina dies denn gesagt haben, er sagte ja: <i>mit dem Farren,</i> nicht aber mit dem Blute des Farren.
יד ואמר רבי חנינא קטורת שחפנה קודם שחיטת הפר לא עשה ולא כלום
14 Ferner sagte R. Ḥanina, daß, wenn er das Räucherwerk vor dem Schlachten des Farren abgehoben hat, dies ungültig sei!? –
טו הכי קאמר מדקא מיבעיא ליה הא מכלל דקסבר בפר ואפילו בדמו של פר ולמאי דסבירא ליה שאילתו כשאילת הראשונים
15 Er sprach wie folgt: wenn [R. Jehošua͑ b. Levi] dies fragt, so ist er wohl der Ansicht: <i>mit dem Farren,</i> auch mit dem Blute des Farren, und nach seiner Ansicht haben bereits ältere diese Frage gerichtet. –
טז מאי הוי עלה אמר רב פפא אי חופן חוזר וחופן חבירו נכנס בחפינתו דהא מקיימא חפינה אי אין חופן וחוזר וחופן תבעי לך
16 Was bleibt damit? R. Papa erwiderte: Wenn er die Händefülle abheben und wiederum abheben muß, so darf ein anderer mit seiner Händefülle eintreten, da ja die Händefülle noch vorhanden ist, und wenn er sie nicht abheben und dann wiederum abheben muß, so ist dies fraglich.
יז אמר ליה רב הונא בריה דרב יהושע לרב פפא אדרבה אי חופן וחוזר וחופן לא יכנס אחר בחפינתו אי אפשר שלא יחסר ושלא יותיר ואי אין חופן חוזר וחופן תיבעי לך
17 R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu R. Papa: Im Gegenteil, wenn er die Händefülle abheben und wiederum abheben muß, so sollte ja ein anderer mit seiner Händefülle nicht eintreten dürfen, weil es nicht möglich ist, daß er nicht etwas weniger oder etwas mehr abhebt, fraglich ist dies nur, wenn er nicht abheben und wiederum abheben muß.
יח דאיבעיא להו חופן חוזר וחופן או לא תא שמע כך היתה מידתה מאי לאו כשם שמדתה מבחוץ כך מדתה מבפנים
18 Sie fragten nämlich: Muß er die Händefülle abheben und wiederum abheben?– Komm und höre: Dies war das Maß. Doch wohl: wie dies das Maß innerhalb war, so war dies das Maß außerhalb!? –
יט לא דילמא שאם רצה לעשות מדה עושה אי נמי שלא יחסר ושלא יותיר
19 Nein, vielleicht [besagt dies], daß er, wenn er es will, ein Maßgefäß anfertigen dürfe; oder auch, daß er weder weniger noch mehr nehmen dürfe. –
כ תא שמע
20 Komm und höre: