Zevachim 9

Kapitel 9

א לא ידע במאי כתב רחמנא זאת התורה ואי כתב רחמנא זאת התורה הוה אמינא ליפסלו כתב רחמנא מוצא שפתיך
1 so würde man nicht gewußt haben, woraufdies sich beziehe, daher schrieb der Allbarmherzige: <i>das ist das Gesetz;</i> und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>das ist das Gesetz,</i> so könnte man glauben, sie seienuntauglich, daher schrieb der Allbarmherzige: <i>den Ausspruch deiner Lippen.</i>
ב רמי ריש לקיש על מעוהי בי מדרשא ומקשי אם כשרים הם ירצו ואם אין מרצין למה באין
2 Reš Laqiš lag im Lehrhaus auf dem Bauch und erhob folgenden Einwand: Siesollen ja wohlgefällig machen, und wenn sie nicht wohlgefälligmachen, wozu werden sie dargebracht!?
ג אמר לו ר' אליעזר מצינו בבאין לאחר מיתה שהן כשרין ואין מרצין דתנן האשה שהביאה חטאתה ומתה יביאו יורשין עולתה עולתה ומתה לא יביאו יורשין חטאתה
3 R. Elie͑zer erwiderte ihm: Wir finden, daß auch [Opfer], die nach dem Toddargebracht werden, tauglich sind und nicht wohlgefällig machen. Es wird nämlich gelehrt: Wenn eine Frauihr Sündopfer dargebracht hat und gestorben ist, so müssen die Erben ihr Brandopfer darbringen; wenn aber ihr Brandopfer und gestorben ist, so bringen die Erben ihr Sündopfer nicht dar.
ד א"ל מודינא לך בעולה דאתיא לאחר מיתה אשם דלא אתי לאחר מיתה מנלן
4 Jener entgegnete: Ich pflichte dir hinsichtlich eines Brandopfersbei, da es auch nach dem Tod dargebracht wird, woher dies aber von einem Schuldopfer, das nach dem Tod nicht dargebrachtwird!?
ה א"ל הרי מחלוקתך בצידו רבי אליעזר אומר אף האשם
5 Dieser erwiderte: Du hast den Streit daneben: R. Elie͑zer sagt: auch das Schuldopfer.
ו אמר זהו שאומרין עליו אדם גדול הוא קאמינא אנא משנה שלימה ואת אמרת לי ר' אליעזר
6 Jener entgegnete: Das ist der, von dem es heißt, er sei ein bedeutender Mann!? Ich spreche von einer anonymen Mišna, und du kommst mir mit R. Elie͑zer!
ז אלא אמר ריש לקיש אפתח אנא פתחא לנפשאי (דברים כג, כד) מוצא שפתיך וגו' האי נדבה נדר הוא כו' כדלעיל
7 Vielmehr, sprach Reš Laqiš, will ich selber eine Tür für mich öffnen: <i>den Ausspruch deiner Lippen &amp;c.</i> Wieso eine freiwillige Gabe, es ist ja Gelobtes &amp;c. Wie oben.
ח יתיב רבי זירא ורבי יצחק בר אבא ויתיב אביי גבייהו ויתבי וקאמרי קשיא ליה לריש לקיש אשם דלא אתי לאחר מיתה ונסיב לה תלמודא מוצא שפתיך אימא הבא בנדר ובנדבה לייתי ולא לירצי אשם לא לייתי כלל
8 R. Zera und R. Jiçḥaq b. Abba saßen beisammen und Abajje saß neben ihnen; da sprachen sie: Reš Laqiš erhob einen Einwand hinsichtlich des Schuldopfers, weil es nach dem Tod nicht dargebracht wird, und zur Antwort wird [der Schriftvers] angeführt: <i>den Ausspruch deiner Lippen;</i> vielleicht ist nur das, was als Gelobtes und als freiwillige Gabe dargebracht wird, darzubringen, auch wenn es nicht wohlgefällig macht, ein Schuldopferaber werde nicht dargebracht!?
ט אמר להו אביי ריש לקיש מהכא פתח (ויקרא ד, לג) ושחט אותה לחטאת אותה לשמה כשרה שלא לשמה פסולה הא שאר קדשים שלא לשמן כשירין יכול ירצו ת"ל מוצא שפתיך
9 Abajje erwiderte ihnen: Reš Laqiš entnimmt es aus folgendem:<i>er soll es als Sündopfer schlachten,</i> nur dieses ist nur auf seinen Namen tauglich, sonst aber untauglich, andere Opfer dagegen sind auch auf einen anderen Namen tauglich; man könnte nun glauben, daß sie auch wohlgefällig machen, so heißt es: <i>den Ausspruch deiner Lippen</i>. –
י ואימא הבא בנדר ונדבה לייתי ולא לירצי אשם (נמי) ארצויי נמי לירצי
10 Vielleicht ist das, was als Gelobtes und freiwillige Gabe dargebracht wird, darzubringen, ohne daß es wohlgefällig macht, das Schuldopfer aber macht auch wohlgefällig!?
יא אמר אביי אשם דמירצי לא מצית אמרת קל וחומר מעולה ומה עולה שאינה מכפרת אינה מרצה אשם שמכפר אינו דין שאינו מרצה
11 Abajje erwiderte: Du kannst nicht sagen, daß das Schuldopfer wohlgefällig mache, denn vom Brandopfer ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn ein Brandopfer, das keine Sühne zu schaffen hat, nicht wohlgefälligmacht, um wieviel weniger macht ein Schuldopfer wohlgefällig, das Sühne zu schaffen hat.
יב מה לעולה שכן כליל
12 [Entgegnet man:] wohl das Brandopfer, weil es vollständig verbrannt wird,
יג שלמים יוכיחו
13 so ist vom Heilsopfer[das Entgegengesetzte] zu beweisen.
יד מה לשלמים שכן טעונין נסכין ותנופת חזה ושוק
14 [Entgegnet man:] wohl das Heilsopfer, weil bei diesem Libation und Schwingen von Brust und Schenkel erforderlich ist,
טו עולה תוכיח וחזר הדין לא ראי זה כראי זה ולא ראי זה כראי זה הצד השוה שבהן שהן קדשים ושחטן שלא לשמן כשירין ואין מרצין אף אני אביא אשם שהוא קודש ושחטו שלא לשמו כשר ואינו מרצה
15 so ist vom Brandopfer [das Entgegengesetzte] zu beweisen. Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie heilige Opfer sind, und wenn man sie auf einen anderen Namen geschlachtet hat, sind sie tauglich und machen nicht wohlgefällig, somit schließe man auch das Schuldopfer ein: es ist ebenfalls ein heiliges Opfer, und wenn man es auf einen anderen Namen geschlachtet hat, ist es tauglich und macht nicht wohlgefällig. –
טז מה להצד השוה שבהן שכן ישנו בציבור
16 Aber das Gemeinsame bei ihnen ist ja auch, daß sie von einer Gemeinde dargebracht werden!? –
יז תודה תוכיח
17 Vom Dankopfer ist [das Entgegengesetzte] zu beweisen.